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Das Interview führte Alexander Klement (Berlin)
"Seabiscuit" ist ein zu klein geratenes Rennpferd, das zu allem Übel auch noch krumme Beine hat. Deshalb wurde es immer nur trainiert, um die "richtigen" Rennpferde anzuspornen. Red Pollard (gespielt von Tobey Maguire) teilt als Jockey ebenfalls ein zweifelhaftes Schicksal: Er ist zu groß und zu schwer. Seinen Weg kreuzt ein erfolgloser Pferdetrainer (Chris Cooper) und ein vom Schicksaal geprügelter Geschäftsmann (Jeff Bridges). Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Aus Seabiscuit ein erstklassiges Rennpferd zu machen.
Tobey Maguire mag Pferde. Doch sie zu mögen oder auf ihnen zu reiten sind zwei völlig verschiedene Sachen. Das musste auch Tobey feststellen, als er seine ersten Jockey-Reit-Versuche für die Dreharbeiten von "Seabiscuit" machte. Über sein "erstes Mal" sprach er mit T-Online im Interview.
Video-Interview mit Tobey Maguire: DSL | ISDN
T-Online: Es gibt keine Liebesgeschichte, keinen Mord, es ist kein Sience-Fiction-Film aber doch irgendwie ein besonderer Film. Was macht ihn so außergewöhnlich?
Tobey Maguire: Für mich ist es ein Film, den ich mir sehr gerne anschaue. Aber ich sehe mir eigentlich alle Filme-Genre gerne an. Es ist ein Film, der sehr klassisch gemacht ist. Die Geschichte zu erzählen braucht seine Zeit. Der Film spricht die Gefühle an, unterhält und während der Pferderennen ist er auch sehr spannend. Auch die Charaktere in dem Film gefallen mir sehr gut. Es wird viel Zeit darauf verwandt, die einzelnen Personen vorzustellen und dahin zu führen, dass sich ihr Weg kreuzt. Außerdem sind da geschichtliche Teile eingearbeitet, die aber auf mich keinen stickigen oder angestaubten Eindruck machen, was sehr gut ist. Ich hätte nicht erwartet, dass der Film in den Vereinigten Staaten ein so großer Erfolg wird. Aber das ist gut so.
T-Online: Stehst du auf Pferde und Pferderennen?
Tobey: Ja, klar. Ich bin schon als Kind und während meines ganzen Lebens zu Pferderennen gegangen. Pferderennen machen einfach einen Riesenspaß. Ich liebe Pferde. Das ist ja bereits mein zweiter Film mit Pferden.
T-Online: Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet. Musstest du abnehmen?
Tobey: Ich musste abnehmen. Ich habe zwischen zehn und zwölf Kilo verloren. Ich musste viel trainieren und eine strenge Diät machen. Außerdem habe ich mit berühmten Jockeys gearbeitet, um in Form zu kommen und richtig reiten zu lernen.
T-Online: Wie war es, wie ein Jockey reiten zu lernen?
Tobey: Das erste Mal, als ich auf ein Pferd gestiegen bin und über die Rennbahn galoppieren sollte, war ich sehr nervös. Besser gesagt: Ich hatte echt Angst. Ich bin in die Steigbügel gestiegen und fühlte mich sehr komisch. Ich habe die Zügel fest an mich gezogen. Dann hab ich das Pferd gebeten loszulaufen. Als ich eine Weile locker über die Bahn geritten bin, mich wohler fühlte und dachte, dass ich das Pferd kontrollieren und wieder anhalten kann, habe ich die Zügel nachgelassen und es richtig loslaufen lassen. Das war ein fantastisches Gefühl. Einfach großartig.
T-Online: Wie war dein Training im Vergleich zu Spiderman? Gibt es da Unterschiede?
Tobey: Vom Zeitaufwand gesehen ist es ähnlich. Da wird von mir etwa das Gleiche verlangt. Unterschiede gibt es bei Diät und Training. Bei Spiderman darf ich mehr essen. Außerdem muss ich mehr mit Gewichten trainieren. Das mag ich nicht wirklich aber Spiderman hebt nun mal viele schwere Sachen durch die Gegend.
T-Online: "Seabiscuit" basiert auf einer wahren Geschichte. Hast du ein bisschen über Red Pollard geforscht?
Tobey: Es gibt ein Roman von Laura Hillenbrand, ein Bestseller in den Staaten. Ich habe viel aus dem Roman erfahren. Außerdem habe ich mit dem Drehbuchautor Gary Ross über die Zeit gesprochen, in der die Geschichte spielt. Und ich habe mir einige Filme und Aufnahmen von echten Pferderennen und solche Sachen angeschaut.
T-Online: Ist Red Pollard ein Held?
Tobey: Ob er ein Held ist? Ich weiß es nicht. Das ist eine persönliche Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Jeder kann für jemanden anders ein Held sein.
T-Online: Was ist die Botschaft des Films? Er spielt ja in der Vergangenheit. Gibt es aber trotzdem eine Botschaft für unsere heutige Zeit?
Tobey: Ich möchte hier niemandem die EINE Botschaft aufzwängen. Ich möchte nicht sagen, was jemand aus diesem Film mit rausnehmen sollte. Ich denke, man kann eine Menge Dinge aus dem Film lernen und sich mit Charakteren identifizieren. Aber das hängt davon ab, wer du selber bist, was du erwartest und was du selbst in dem Film gesehen hast.
Zur Originalveröffentlichung bei T-Online
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